Eine Kanzlerwahl ist keine Wahl aller Minister.
Bei der Kanzlerwahl stimmen die Abgeordneten über die Person an der Regierungsspitze ab. Damit besetzen sie nicht zugleich jedes Ministeramt. Die weiteren Schritte der Regierungsbildung haben eigene verfassungsrechtliche Regeln.
Der Bundestag bleibt gegenüber der entstandenen Regierung ein Kontrollorgan. Eine Regierungsmehrheit im Parlament verbindet die Institutionen politisch, macht sie aber nicht zu derselben Institution.

Die anderen drei Antworten
Die drei anderen Antworten betreffen tatsächliche parlamentarische Aufgaben.
Gesetze zu entwerfen.
Gesetzentwürfe können aus der Mitte des Bundestages eingebracht werden. Parlamentarische Gesetzesarbeit ist daher eine passende Aufgabe.
die Bundesregierung zu kontrollieren.
Der Bundestag kontrolliert die Bundesregierung, etwa durch Fragen, Debatten und Ausschussarbeit.
den Bundeskanzler / die Bundeskanzlerin zu wählen.
Die Wahl des Bundeskanzlers ist in Artikel 63 ausdrücklich dem Bundestag zugewiesen.
Politische Verhandlungen und rechtliche Ernennung sind verschieden.
Parteien verhandeln häufig über Koalitionen und die Verteilung von Ministerien. Solche Absprachen ersetzen die vorgeschriebenen Wahl- und Ernennungsschritte nicht.
Dass Minister häufig zugleich Bundestagsabgeordnete sind, ändert die Zuordnung der Aufgaben nicht. Amt, Mandat und Rolle im Verfahren müssen getrennt betrachtet werden.
Artikel 62 bis 64 · Grundgesetz ↗Bundestag wählt Kanzler – Kanzler schlägt Minister vor – Präsident ernennt.
Die Frage sucht den Schritt, den das Parlament nicht selbst übernimmt.
Drei Wörter für diese Frage
- das Bundeskabinettfederal cabinet
- Bundeskanzler und Bundesminister gemeinsam.
- ernennento appoint
- Eine Person förmlich in ein Amt einsetzen.
- kontrollierento scrutinise
- Die Regierung parlamentarisch überprüfen und zur Verantwortung ziehen.
