Was bedeutet Kanzlermehrheit?
Im ersten Wahlgang genügt nicht einfach die Mehrheit der anwesenden oder abgegebenen Stimmen. Gewählt ist, wer mehr als die Hälfte aller Bundestagsmitglieder hinter sich hat. Diese erforderliche Mehrheit wird häufig Kanzlermehrheit genannt.
Koalitionsverhandlungen können eine solche Mehrheit politisch vorbereiten. Ein Koalitionsvertrag ist aber noch nicht die verfassungsrechtliche Wahl: Die Abgeordneten müssen tatsächlich abstimmen.

Die anderen drei Antworten
Jedes dieser Organe beziehungsweise die Bevölkerung hat eine andere Rolle.
der Bundesrat
Der Bundesrat vertritt die Landesregierungen. Die Kanzlerwahl gehört nicht zu seinen Aufgaben.
die Bundesversammlung
Die Bundesversammlung wählt den Bundespräsidenten, nicht den Bundeskanzler.
das Volk
Die Wahlberechtigten wählen den Bundestag. Sie stimmen nicht in einer gesonderten Direktwahl über das Kanzleramt ab.
Artikel 63 sieht auch weitere Wahlphasen vor.
Scheitert der erste Vorschlag, folgen besondere Fristen und weitere Wahlmöglichkeiten. In der letzten Phase gelten differenzierte Regeln für Wahl und Ernennung. Die Aussage über die Mehrheit aller Mitglieder bezieht sich oben ausdrücklich auf den ersten Wahlgang.
Der Bundespräsident macht zunächst den Wahlvorschlag und nimmt die Ernennung vor. Diese Mitwirkung macht ihn nicht zum wählenden Organ.
Artikel 63 · Grundgesetz ↗Kanzlerwahl: Die Stimmen der Bundestagsmitglieder zählen.
Merke dir Organ und Mehrheit gemeinsam: Bundestag, im ersten Wahlgang mehr als die Hälfte aller Mitglieder.
Drei Wörter für diese Frage
- die KanzlermehrheitChancellor majority
- Mehr als die Hälfte der Mitglieder des Bundestages.
- der Wahlgangballot
- Eine einzelne Runde einer Wahl.
- der Koalitionsvertragcoalition agreement
- Eine politische Vereinbarung von Parteien über die Zusammenarbeit in einer Regierung.
