Einmal selbst ausprobieren
083Wahl ist nicht Ernennung

Den Kanzler wählt der Bundestag; die Ernennung folgt gesondert.

Achte auf das Verb „wählt“. Vorschlagen, wählen und ernennen sind drei verschiedene Schritte mit unterschiedlichen Zuständigkeiten.

Ca. 4 Min. LesezeitStand: 19. Oktober 2026
Zwei unbeschriftete Umschläge neben einer schlichten hölzernen Wahlurne in einem Unterrichtsraum.
GrundgesetzArtikel 63
Symbolisches Lernbild zur Wahl, keine Abbildung amtlicher Wahlunterlagen.
Die Antwort in Kürze

Der Bundestag wählt den Bundeskanzler.

Die Wahl erfolgt durch die Abgeordneten im Bundestag. Der Bundespräsident macht zunächst einen Vorschlag und ernennt anschließend nach den Regeln des Artikels 63 den Gewählten.

Einmal selbst ausprobierenOriginalfrage · Nr. 083
Wer wählt den deutschen Bundeskanzler / die deutsche Bundeskanzlerin?

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Drei Verben machen den Ablauf verständlich.

Der Wahlvorschlag nennt eine Person, über die das Parlament abstimmt. Mit der Wahl trifft der Bundestag die parlamentarische Entscheidung. Die Ernennung durch den Bundespräsidenten ist ein eigener formeller Akt.

Auch wenn im Wahlkampf von Kanzlerkandidaten die Rede ist, steht auf dem Stimmzettel zur Bundestagswahl keine gesonderte Direktwahl des Kanzleramts. Die Wahlberechtigten bestimmen die Zusammensetzung des Parlaments.

Eine Frau mit kurzem gewelltem Haar stellt einer Frau mit hellgrüner Haarbedeckung eine Frage in einer Sitznische.
Fiktives Gespräch über den Unterschied zwischen Wahl und Ernennung.

Die anderen drei Antworten

Keiner dieser Vorschläge ersetzt die Wahl im Bundestag.

das Volk

Das Volk wählt den Bundestag, aber nicht unmittelbar den Kanzler. Ein populärer Kandidat ist noch nicht rechtlich gewählt.

die Bundesversammlung

Die Bundesversammlung ist für die Wahl des Bundespräsidenten zuständig. Sie besetzt nicht das Kanzleramt.

die Bundesregierung

Die Bundesregierung kann sich nicht selbst einen Kanzler wählen. Die Wahlzuständigkeit liegt beim Parlament.

Ein gescheiterter Vorschlag ändert nicht das wählende Organ.

Artikel 63 enthält weitere Wahlphasen, falls zunächst niemand die erforderliche Mehrheit erreicht. Auch diese Wahlgänge finden im Bundestag statt; die Regeln über Vorschlag und Ernennung unterscheiden sich je nach Phase.

Politische Absprachen und parlamentarische Entscheidungen sind miteinander verbunden, rechtlich aber nicht austauschbar. Ein Parteibeschluss ist keine Kanzlerwahl des Bundestages.

Artikel 63 · Grundgesetz ↗
Dein Merksatz

Vorschlag – Wahl – Ernennung: Beim Wählen ist es der Bundestag.

Das Verb in der Frage entscheidet, welche Zuständigkeit gesucht wird.

Drei Wörter für diese Frage

vorschlagento nominate
Eine Person für eine anschließende Wahl benennen.
wählento elect
Durch Abstimmung eine Person für ein Amt bestimmen.
ernennento appoint
Ein Amt durch einen förmlichen Rechtsakt übertragen.
Grundgesetz · Artikel 63 ↗
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Quellen & Einordnung

Eigenständig formulierte Lernhilfe, keine offizielle BAMF-Veröffentlichung und keine Beratung für einen Einzelfall. Die unten genannten Quellen wurden am 19. Oktober 2026 für die erläuterten Aussagen geprüft; die Testfrage stammt aus dem vorhandenen Fragenbestand.

Die beiden redaktionellen Bilder sind KI-generierte Illustrationen. Sie dokumentieren keine tatsächlichen Ereignisse oder Behördenvorgänge.