Historische Tatsachen und Menschenwürde gehören zusammen.
Antisemitismus richtet sich gegen Jüdinnen und Juden. Die Leugnung des Holocaust bestreitet einen dokumentierten Völkermord und greift damit auch die Erinnerung an die Opfer an. Die Testfrage verlangt, dieses Verhalten unter vier unterschiedlichen Beispielen zu erkennen.
Die IHRA nennt Holocaustleugnung ausdrücklich in ihrer Arbeitsdefinition und erläutert sie in einer eigenen Definition zu Leugnung und Verfälschung. Diese Texte sind Orientierungshilfen, keine selbstständigen Strafgesetze. Für strafrechtliche Folgen in Deutschland gelten die gesetzlichen Tatbestände.

Die anderen drei Antworten
Beurteile das beschriebene Verhalten, nicht eine vermutete Identität.
ein jüdisches Fest besuchen
Ein jüdisches Fest zu besuchen ist für sich genommen kein antisemitisches Verhalten. Die Antwort beschreibt Teilnahme oder Begegnung, nicht Hass gegen jüdische Menschen.
die israelische Regierung kritisieren
Die israelische Regierung kann wie andere Regierungen politisch kritisiert werden. Das ist nicht automatisch antisemitisch. Kritik kann jedoch antisemitisch werden, etwa wenn dabei Juden pauschal verantwortlich gemacht oder antisemitische Vorstellungen verbreitet werden.
gegen Juden Fußball spielen
Im sportlichen Wettbewerb gegen jüdische Menschen anzutreten ist für sich genommen kein Antisemitismus. Entscheidend wäre ein diskriminierendes Verhalten, nicht die jüdische Identität der gegnerischen Mannschaft.
Die Einordnung als antisemitisch und die Strafbarkeit sind verschiedene Prüfungen.
§ 130 Absatz 3 des Strafgesetzbuchs erfasst unter anderem öffentlich oder in einer Versammlung begangene Leugnung nationalsozialistischer Völkermordtaten, wenn sie geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören. Die konkreten gesetzlichen Voraussetzungen dürfen nicht weggelassen werden.
Jüdisches Leben umfasst Religion, Kultur, Familienleben, Sport und viele persönliche Lebensweisen. Die Frage erlaubt keine Rückschlüsse auf die Haltung einzelner Juden zu einer Regierung und keine pauschale Gleichsetzung jüdischer Menschen mit dem Staat Israel.
Antisemitismus · IHRA-Arbeitsdefinition ↗Holocaustleugnung erkennen; jüdische Menschen nicht pauschal zuordnen.
Merke dir die richtige Antwort zusammen mit der Unterscheidung: Gewöhnliche Begegnung, Sport und sachliche Regierungskritik sind nicht schon wegen ihres Bezugs zu Juden oder Israel antisemitisch.
Drei Wörter für diese Frage
- der Antisemitismusantisemitism
- Judenfeindschaft und gegen jüdische Menschen gerichtete Abwertung.
- der Holocaustthe Holocaust
- Die nationalsozialistische Verfolgung und Ermordung von sechs Millionen europäischen Juden.
- leugnendeny
- Eine feststehende Tatsache oder ein belegtes Geschehen bestreiten.
