Ehrenamtlich, aber mit echter Verantwortung.
§ 31 des Gerichtsverfassungsgesetzes bezeichnet das Schöffenamt ausdrücklich als Ehrenamt. Schöffen bringen ihre Mitwirkung als Laienrichter in das Gericht ein. Ein Jurastudium ist nicht das Merkmal, das den Begriff definiert; entscheidend ist die Berufung in dieses richterliche Amt.
In der Hauptverhandlung haben sie grundsätzlich richterliche Befugnisse und gleiches Stimmrecht. Ehrenamtlich heißt daher nicht, nur als Gast zuzuhören. Die Aufgabe verlangt sorgfältige Teilnahme an der Beurteilung des konkreten Falls.

Die anderen drei Antworten
Keine der übrigen Antworten beschreibt das Schöffenamt.
der Stellvertreter / die Stellvertreterin des Stadtoberhaupts.
Eine Stellvertretung des Stadtoberhaupts ist eine kommunale Aufgabe. Ein Gerichtsschöffe wirkt dagegen an gerichtlichen Entscheidungen mit. Die Wörter bezeichnen verschiedene Ämter.
ein Mitglied eines Gemeinderats.
Ein Gemeinderatsmitglied wirkt an kommunalen Entscheidungen mit. Ein Schöffe gehört in seinem Verfahren zur Richterbank, nicht aufgrund dieses Amtes zum Gemeinderat.
eine Person, die Jura studiert hat.
Wer Jura studiert hat, ist nicht allein deshalb Schöffe. Das Amt ist ein Ehrenamt für Laienrichter und wird nicht durch ein Studienzeugnis verliehen.
„Volunteer judge“ ist eine verkürzte Übersetzung.
Die vorhandene englische Testantwort verwendet „volunteer judge“. Präziser ist hier honorary lay judge: Die Übernahme kann eine staatsbürgerliche Pflicht sein. Gesetzliche Ablehnungsgründe bestehen, aber Ehrenamt heißt nicht, dass ein berufener Schöffe nach Belieben zu Terminen kommen kann.
Ehrenamtlich bedeutet auch nicht, dass alle Kosten selbst getragen werden müssen. Das Gesetz sieht Entschädigung unter anderem für Fahrtkosten, Zeitversäumnis und Verdienstausfall vor. Das bleibt von einer Tätigkeit als Berufsrichter zu unterscheiden.
§ 31 · Gerichtsverfassungsgesetz ↗Schöffe = Ehrenamt + Richteraufgabe.
Merke dir beide Teile. Nur „freiwillig“ wäre zu ungenau, nur „Jura studiert“ wäre falsch. Das Amt verbindet bürgerschaftliche Mitwirkung mit richterlicher Verantwortung.
Drei Wörter für diese Frage
- ehrenamtlichhonorary / non-professional
- Hier: ein öffentliches Amt außerhalb des Berufsrichteramts.
- der Laienrichter / die Laienrichterinlay judge
- Eine nicht als Berufsrichter tätige Person mit richterlicher Aufgabe im Verfahren.
- die Entschädigungcompensation
- Gesetzlicher Ausgleich für bestimmte Kosten, Zeit oder Ausfälle.
