Eine Wahlurne allein macht keine freie Wahl.
Lies zuerst die Verneinung in der Frage: „Was gab es … nicht?“ Die richtige Antwort nennt eine fehlende Freiheit. Die drei anderen Antworten beschreiben Repression und Verfolgung, die es tatsächlich gab.
Schon die Reichstagswahl vom 5. März 1933 fand unter schwerer Gewalt und eingeschränkten Grundrechten statt. Spätere Abstimmungen, etwa die Reichstagswahl 1936 mit einer NSDAP-Einheitsliste, boten ebenfalls keinen freien demokratischen Wettbewerb. Die richtige Aussage lautet daher keine freien Wahlen, nicht überhaupt keine Stimmabgaben.

Die anderen drei Antworten
Diese drei Dinge gab es im NS-Regime; deshalb beantworten sie die Verneinung nicht.
Pressezensur
Die Presse wurde kontrolliert und gleichgeschaltet. Pressezensur ist deshalb ein tatsächlich vorhandenes Merkmal der NS-Herrschaft, nicht die gesuchte fehlende Erscheinung.
willkürliche Verhaftungen
Politische Gegner und andere Verfolgte wurden willkürlich festgenommen und inhaftiert. Gerade diese Unterdrückung kennzeichnet die Diktatur.
Verfolgung der Juden
Jüdische Menschen wurden systematisch entrechtet, verfolgt und ermordet. Die Verfolgung ist historisch belegt und darf nicht als etwas dargestellt werden, das es nicht gegeben habe.
„Frei“ ist ein überprüfbares Merkmal.
Ob eine Abstimmung frei ist, hängt von den tatsächlichen Bedingungen ab. Einschüchterung, Verhaftung von Gegnern und die Ausschaltung politischer Alternativen lassen sich nicht durch hohe gemeldete Zustimmung ausgleichen.
Die Testfrage nennt nur einige Merkmale der NS-Zeit. Die Liste ist keine vollständige Darstellung der Verbrechen oder der betroffenen Gruppen. Sie dient hier dazu, freie Wahlen von dokumentierten Formen staatlicher Unterdrückung zu unterscheiden.
Reichstagswahl 1933 · Deutscher Bundestag ↗Nicht vorhanden: freie Wahlen. Vorhanden: Zensur und Verfolgung.
Achte beim Ankreuzen auf die Verneinung. Du sollst keine Unterdrückungsmaßnahme auswählen, sondern die Freiheit, die fehlte.
Drei Wörter für diese Frage
- die Pressezensurpress censorship
- Die staatliche Unterdrückung oder Kontrolle von Presseveröffentlichungen.
- willkürlicharbitrary
- Ohne verlässliche rechtsstaatliche Grenzen, nach unkontrolliertem Ermessen.
- die Einheitslistesingle list
- Eine gemeinsame oder allein zugelassene Kandidatenliste; hier ohne freien Parteienwettbewerb.
