Gleiche Freiheit verlangt keinen gleichen Glauben.
Religiöse Toleranz setzt gerade voraus, dass Menschen unterschiedliche Überzeugungen haben können. Eine Person betet, eine andere lehnt religiöse Vorstellungen ab, eine dritte ist unentschieden. Die Freiheit des Glaubens steht nicht nur einer Mehrheit oder einer bestimmten religiösen Gemeinschaft zu.
Die staatliche Ordnung erklärt keine Kirche zur Staatskirche. Das bedeutet nicht, dass Religion unsichtbar bleiben muss. Das Grundgesetz schützt auch die Religionsausübung. Ein friedliches Zusammenleben beruht darauf, dass niemand seine eigene Überzeugung zur persönlichen Glaubenspflicht aller anderen macht.

Die anderen drei Antworten
Die falschen Antworten machen aus Vielfalt ein Verbot oder einen Zwang.
Es dürfen keine Moscheen gebaut werden.
Ein pauschales Verbot von Moscheen würde eine Religion ausgrenzen. Religiöse Toleranz bedeutet kein solches Verbot. Ein konkretes Bauvorhaben muss trotzdem nach den geltenden Bauvorschriften geprüft werden.
Alle Menschen glauben an Gott.
Toleranz verlangt nicht, dass alle an Gott glauben. Sie umfasst auch Menschen ohne religiösen Glauben und Menschen, die sich keiner Religion zuordnen.
Der Staat entscheidet, an welchen Gott die Menschen glauben.
Der Staat entscheidet nicht, an welchen Gott eine Person glauben soll. Er schützt die Freiheit verschiedener religiöser und weltanschaulicher Überzeugungen.
Toleranz ist Respekt vor Freiheit, keine Pflicht zur Zustimmung.
Menschen dürfen über Religion diskutieren und unterschiedliche Positionen vertreten. Die Prüfungsantwort verlangt nicht, alle religiösen Aussagen für wahr zu halten. Sie betrifft das Recht der Menschen, eine eigene Überzeugung zu haben.
Aus der Glaubensfreiheit folgt keine automatische Genehmigung für jedes konkrete Vorhaben und kein Recht, andere zu religiösen Handlungen zu zwingen. Die persönliche Freiheit aller Beteiligten muss mitgedacht werden.
Artikel 4 · Glaubensfreiheit · Grundgesetz ↗Glauben ist frei; Mitmachen ist keine allgemeine Pflicht.
Erkenne die Antwort, die eine Wahl ermöglicht, statt eine Religion zu verbieten oder einen Glauben vorzuschreiben.
Drei Wörter für diese Frage
- die Toleranztolerance
- Respekt vor der Freiheit anderer trotz unterschiedlicher Überzeugungen.
- das Gewissenconscience
- Die persönliche innere Beurteilung dessen, was man für richtig oder falsch hält.
- die Weltanschauungworldview
- Eine grundlegende Sicht auf Mensch und Welt, die nicht religiös sein muss.
